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70020929_pChaque année, la Suisse organise un concours Mr Gay. En 2011, c'est Stephan Bitterlin qui a remporté le concours. Loin des stéréotypes, il nous raconte son histoire à travers les quelques questions que j'ai pu lui poser.

Benjamin - Peux-tu te présenter en quelques mots ?

Je suis né et j'ai grandi à Zurich. À seize ans, j'ai commencé une formation de ballet et j'ai fait des déplacements à l'étranger, à Bruxelles et à Hambourg. Après mes études, j'ai passé un an au Théâtre municipal d'Aix-la-chapelle à danser jusqu'à mes 22 ans, où je me suis grièvement blessé son genou. J'ai ensuite pris le temps de prendre mes marques à nouveau. Après un stage chez le kiné, j'ai décidé d'aller en soin. À 28 ans j'ai commencé une formation en tant que professionnel des soins infirmiers, et continué à danser comme une activité secondaire (plus d'infos sur www.stephanbitterlin.com).

Benjamin - Et quelle a été ta motivation pour participer à l'élections Mr Gay Suisse ?

Il y a 10 années, j'avais caressé l'idée de m'inscrire. Mais alors la participation aurait été moment inopportun. En attendant, je trouve que le concours s'est solidement établie et a obtenu une certaine importance. Un collègue de travail m'a finalement motivé à m'inscrire. Il a dit que je mettrais ma candidature comme un contrepoid aux candidatures des jeunes de 20 ans.

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Benjamin - Quels sont les messages que tu veux faire passer ?

Je veux que ma candidature soit celle du courage. Courage pour le coming-out. Courage d'être fier de mon âge.
La prévention de la santé est ma préoccupation majeure et pas seulement la prévention liée au VIH. Le VIH est toujours assimilée aux gays. Il ya d'autres MST. Il faut identifier clairement un lieu où vous pouvez recueillir des informations et demander des conseils. Le Checkpoint de Zurich est un excellent lieu. Il est anonyme, vous devriez faire un test régulièrement, au moins une fois par an.

HBeiWJ7G_Pxgen_r_212x332Benjamin - Comment s'est passé ton coming-out ?

Je l'ai remarqué à dix ou douze ans. J'ai fait mon coming-out seulement à 21 ans, parce que je n'avais pas le temps durant ma formation en danse pour prendre soin de ma vie privée. Sinon, ce fut très facile, car nous avons dans notre famille toujours parlé de tout ça. Mon père est également gay, il avait fait son coming-out quand j'avais environ seize ans.

Benjamin - Quelle est la situation en Suisse pour les droits des homosexuels ? Que faut'il améliorer et comment?

La situation s'est beaucoup améliorée quand je compare à mon père. L'homosexualité est devenue une évidence dans les grandes villes, mais à la campagne c'est très différent. Aujourd'hui, nous sommes plus proche de l'égalité avec le PACS, mais les homosexuels ne peuvent toujours pas adopter.

Il me semble important d'éliminer les stéréotypes et les préjugés restants et de sensibiliser les jeunes, les parents et expliquer comment la violence et la peur peut nous briser.

http://www.stephanbitterlin.com/


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70020942_pEach year, Switzerland organises a Mr Gay contest. In 2011, Stephan Bitterlin won this contest. Far from stereotypes, he tells us his story through some questions I asked him.

Benjamin - Can you introduce yourself in a few words?

I was born and raised in Zurich. At sixteen, I began training in ballet and I travelled abroad in Brussels and Hamburg. After graduating, I spent a year at the Municipal Theatre of Aix-la-Chapelle to dance until I was 22 years, where I got seriously injured on my knee. I then took the time to get my bearings again. After an internship with the physio, I decided to go for care. At 28yo, I started training as a professional nursing, and continued to dance as a secondary activity (more on www.stephanbitterlin.com).

Benjamin - And what was your motivation to participate to the Mr. Gay Switzerland contest?

10 years ago, I toyed with the idea to register. But participation was untimely. Meanwhile, I think the competition is firmly established and achieved a certain size. A co-worker finally motivated me to register. He said that I would put my name as a counterweight to applications from 20 year-old boys.

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Benjamin - What are the messages you want to convey?

I want my application to be the one of courage. Courage for the coming-out. Courage to be proud of my age.
Prevention of health is my concern and not just related to HIV prevention. HIV is still considered to gays. There are other STDs. It is important to clearly identify a place where you can gather information and advice. Checkpoint Zurich is a great place for this. It is anonymous, you should get tested regularly, at least once a year.

HBeiWJ7G_Pxgen_r_212x332Benjamin - How was your coming out?

I noticed it when I was ten or twelve years-old. I made my coming out only at 21yo, because I did not have time during my dance training to take care of my private life. Otherwise, it was very easy, as we have in our family always spoke about it. My father is also gay, he had his coming-out when I was about sixteen.

Benjamin - What is the situation in Switzerland for gay rights? What should be improved and how?

The situation has improved a lot when I compare to my father. Homosexuality has become evident in large cities but in the countryside it is very different. Today we are closer to equality with the civil partnership, but homosexuals have still rights to adopt.

It is important to me to eliminate stereotypes and prejudices remaining and educate youth, parents, and how violence and fear can break us.

http://www.stephanbitterlin.com/


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Original Text auf Deutsch

70020965_pBenjamin - Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin in Zürich geboren und aufgewachsen. Mit sechzehn Jahren habe ich die Ballettausbildung begonnen und bin ins Ausland gezogen, nach Brüssel und Hamburg. Nach dem Abschluss habe ich ein Jahr am Stadt Theater Aachen getanzt bis ich dann mit 22 Jahre, mich beim Tanzen schwer am Knie verletzte. Ich brauchte dann Zeit, um mich neu zu orientieren. Nach einem Praktikum in der Physio habe ich mich dann für die Pflege entschieden. Mit 28 Jahren begann ich die Ausbildung zum Pflegefachmann, und tanzte nebenberuflich weiter, zuletzt bei www.faa-zone.com.

Seit meinem Unfall befasse ich mich mit neuen Therapieformen und Methodiken (Pädagogik), der Medizin (Pflege) und der Gesundheit beim Tanz. 2007 begann ich deshalb Tanz Medizin zu studieren, welche sich die Gesundheit von Tänzern zum Ziel setzt (siehe www.tamed.de ). Zugleich begann ich noch die komplette Pilates Ausbildung bei www.karolinaschmid.ch, da ich es eine hervorragende Ergänzung und super Methodik für alle Tanz-und Sportarten finde, mehr auf www.stephanbitterlin.com.

Auch in meiner Freizeit bin ich sehr aktiv, denn ich bin ein leidenschaftlicher Bewegungsmensch (spiele Badminton,Fitness,Yoga,etc).Sonst verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freunden, liebe aller Art von Kunst (Ballet.Oper,Bilder,etc) und geh gerne an den Züri-See und auswärts essen.

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Benjamin - Was ist und war deine Motivation an den MrGay Wahlen mitzumachen?

Ich hatte schon vor 10Jahren mit dem Gedanken herumgespielt mich anzumelden. Doch damals wäre eine Teilnahme zeitlich ungünstig gewesen. Mittlerweile, finde ich, hat sich das Ganze besser etabliert, und hat einen gewissen Stellenwert erhalten. Ein Arbeitskollege hat mich schliesslich dazu motiviert, mich anzumelden. Er meinte, dass ich mit meiner Kandidatur einen Kontrapunkt zu all den Zwanzigjährigen setzen würde.

Benjamin - Was sind deine Botschaften?

Ich will mit meiner Kandidatur Mut machen. Mut zum Outing. Mut, zu seinem Alter zu stehen. Zu sich selbst. Das Leben ist mit 40, auch als schwuler Mann, nicht vorbei.

Mir ist die Gesundheitsprävention ein grosses Anliegen und zwar nicht immer nur auf HIV bezogen. HIV wird immer nur mit schwul gleichgesetzt. Es gibt ja noch andere Geschlechtskrankheiten da draussen. Man kann ja trotzdem eine schöne Sexualität haben und gleichzeitig gesund sein. Es muss klar sein wo man sich informieren und beraten lassen kann. Der Checkpoint Zürich ist zum Beispiel eine super Anlaufstelle. Er ist anonym und auch für Heterosexuelle, dass muss auch einmal gesagt werden. Man sollte sich regelmässig testen lassen, mindestens einmal im Jahr.

HBeiWJ7G_Pxgen_r_212x332Benjamin - Deine Erwartungen an dein Amtsjahr?

Ich möchte mich wirklich für die Gay Community einsetzen und dort etwas erreichen. Ein grosses Anliegen ist mir Leute anzusprechen, an die Basis gehen, Schulen zu besuchen und auch Jugendliche aufzuklären. Aber auch bei älteren Homosexuellen ist Bedarf für Diskussionen vorhanden. Nur so lassen sich Klischees und Vorurteile beseitigen. Einige Projekte sind bereits in Planung. Dazu suche ich stets Kooperationspartner und Sponsoren- um optimal Wirken zu können.

Benjamin - Wie hat dein Umfeld auf deinen Titel reagiert?

Meine Kandidatur bei MrGay habe ich nicht an die grosse Glocke gehängt. Als die Wahlen dann in den Medien gekommen sind, haben es die Leute plötzlich gemerkt und mich darauf angesprochen. Ich habe bis jetzt nur positives Feedback bekommen, dass nicht nur von älteren, sondern auch Junge. Als ich dann gewonnen hab, bekam ich Reaktionen vor allem von Menschen, von denen ich es nie gedacht hätte und welche es eine tolle Sache fänden. Es ist ein Quantensprung für die Schweiz, das erstmals ein über 30jähriger MrGay wird.

Benjamin - Was bedeutet dir der Titel und würdest dich nochmals anmelden?

Ich finde es genial, dass ich alle so von mir überzeugen konnte und würde mich jederzeit wieder anmelden. Hab bis jetzt schon viel gelernt für mich, bin selbstbewusster geworden, habe schon tolle Menschen kennen gelernt und schöne Erfahrungen gemacht.

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Benjamin - Wie war dein Comint-Out?

Mit zehn oder zwölf Jahren habe ich es wohl gemerkt. Ich outete mich aber erst mit 21, da ich während meiner Tanzausbildung keine Zeit hatte mich um mein Privatleben zu kümmern. Ansonsten, hatte ich es sehr einfach, da wir in unserer Familie immer über alles gesprochen haben, was uns so beschäftigt. Mein Vater ist ja auch schwul, er hatte sein Coming-Out als ich etwa sechzehn Jahre alt war.

Benjamin - Bist du in einer Beziehung?

Ja, seit vier Jahren. Ich glaube mein Freund hatte zu Beginn etwas Mühe mit meiner Kandidatur und ist jetzt etwas überfordert mit dem ganzen Rummel. Er ist aber ans Finale gekommen und war sehr stolz auf mich.
Wir haben uns in Miami kennengelernt, wo er damals studierte. Jetzt führt er sein Studium hier weiter.

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Benjamin - Wie sieht dein Alltag aus?

Ich arbeite unregelmässig 30% in der Pflege in einer orthopädischen Klinik in Zürich, bin zwei Tage in der Woche im Pilates-Studio und unterrichte noch Ballett für alle Alterstufen. Setze mich weiter für den Tanz ein und bin Leiter für das schwul/lesbische Badminton Turnier Zürich. Zur Zeit ist meine Freizeit allerdings etwas weniger geworden, da alle Tätigkeiten bezüglich MrGay von meiner Freizeit abgehen.
Ein Beispiel findet ihr auf: http://www.schweizer-illustrierte.ch/prominente/stephan-bitterlin-mister-gay-2011-zeigt-seinen-privaten-alltag-im-selbstportraet-my-day

Benjamin - Wie ist die Lage in der Schweiz betreffend Schwulenrechte? Was sollte verbessert werden und wie?

Die Lage hat sich um einiges verbessert, wenn ich vergleiche als mein Vater sein Comin-Out hatte, zu heute. Homosexualität ist selbstverständlicher geworden in Grossstädten, aber auf dem Land sieht es dann schon wieder anders aus. Heute sind wir mit dem Gesetz für die eingetragene Partnerschaft der Gleichstellung gegenüber den Heterosexuellen näher gekommen, jedoch dürfen Homosexuelle immer noch nicht adoptieren. Dabei sollte die Sexualität der Eltern keine Rolle spielen, sondern dass das Umfeld angemessen ist und dass die benötigte Bereitschaft und Liebe vorhanden sind.

Wichtig erscheint mir immer noch, Klischees und Vorurteile zu beseitigen und an die Basis zu gehen und Jugendliche, wie Eltern aufzuklären und Gewalt und Ängste uns gegenüber abzubauen.

http://www.stephanbitterlin.com/